49: Clay Shirky über die gesellschaftlichen Veränderungen durch das Internet
“Das größte Missverständnis ist, zu glauben, das Internet sei eine Art Dekoration der heutigen Gesellschaft”, sagt der Netz-Denker und Medienprofessor Clay Shirky, vielmehr verändere das Netz unsere Gesellschaft an sich. Trotzdem oder deswegen nerven Shirky unkritische Euphoriker, die das Internet als den großen Heilsbringer sehen: “Was mich nachts nicht schlafen lässt, ist der investigative Journalismus.” Dieser sei in einem anderen, als im klassischen Medienmodell, kaum zu praktizieren.
Clay Shirky gehört nicht nur ein zu den klarsten Denkern, sondern zweifellos auch zu den präzisesten Formulierern, die ich bislang vor der Kamera hatte. Daher habe ich mir die Freiheit genommen, unser Gespräch in beinahe voller Länge (über 20 Minuten) zu veröffentlichen.
Links: Clay Shirky’s Writings About the Internet, Here comes Everybody (Blog zum Buch), Wikipedia über Clay Shirky (englisch)
Videos: “Looking for the Mouse” (Web 2.0 Expo, San Francisco, April 2008, Blip.tv), “Love, Internet Style” (Supernova Conference, San Francisco, Juni 2007, Youtube)
Update in eigener Sache: Ab 28.11. geht es hier weiter - frisch renoviert und ganz neu angestrichen. Mehr dazu demnächst. Bleiben Sie am Apparat!
Update in eigener Sache 2: Meedia hat die ganze Geschichte.
2. June 2008 | Link | Kommentare [37] | Versenden | Einbetten | Social Bookmark:
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48: Gesellschaft für historische Rechenanlagen
“Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein”, bedeutungsschwangerte eine bassige Sprecherstimme im Jahre 66 des vergangenen Jahrhunderts im Vorspann zur deutschen Science-Fiction-Serie “Raumpatrouille Orion”. Auf damalige Computeringenieure muss ein Gerät, wie beispielsweise das aktuelle iPhone, wie purer Science Fiction gewirkt haben. Erreichten damals doch Schrankwand-große, lärmende Rechenungeheuer nicht annähernd die Leistung des kleinen Apfel-Taschencomputers.
In einer Tiefgarage im Münchener Süden kümmert sich eine Handvoll Enthusiasten um Erhalt und Pflege von Computerboliden aus vergangenen Jahrzehnten.
Link: Cray-Cyber.org
19. May 2008 | Link | Kommentare [13] | Versenden | Einbetten | Social Bookmark:
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47: Jeff Jarvis über Journalismus im Internet-Zeitalter
Jeff Jarvis hielt sich am 11. September 2001 in unmittelbarer Nähe des World Trade Centers in New York auf, als die beiden Flugzeuge in die Doppeltürme stürzten. Um seine Erlebnisse zu teilen und zu verarbeiten, begann er kurz entschlossen, darüber zu bloggen, und diese Bloggerei—anfänglich lediglich auf ein paar Wochen angelegt—veränderte Jarvis’ Sicht auf die Medienwelt des 21-ten Jahrhunderts grundlegend.
“News-Medien werden schrumpfen. Punkt!”, sagt Jeff Jarvis im Interview. Außerdem äußerst Jarvis sich im Gespräch über Verlage, die Web-Communities kaufen, die veränderte Beziehung zwischen Medien und der Öffentlichkeit und erklärt, warum es seiner Meinung nach für Journalisten ein Fehler ist, Social Networks zu ignorieren.
Links: Buzzmachine (Jeff Jarvis’ Blog), Interview mit Jeff Jarvis in der ZEIT, Wikipedia über Jeff Jarvis (englisch)
In eigener Sache: Ja, hier war es in letzter Zeit ausgesprochen ruhig, was in allerkeinster Weise heißt, dass ich den Müßiggang als neue Lebensphilosophie entdeckt habe. Vielmehr werkeln wir hier im Hintergrund an einer Weiterentwicklung und Neuausrichtung des Projekts “Elektrischer Reporter”. Sobald alle trockenen Tücher festgezurrt sind, werden wir Sie, verehrte Zuseher, natürlich umgehend informieren, bis dahin geht es hier vorläufig im 14-Tage-Rhythmus weiter. Vielen Dank für Ihr Verständnis und für Ihre Geduld!
7. May 2008 | Link | Kommentare [12] | Versenden | Einbetten | Social Bookmark:
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46: David Weinberger über die neue digitale Unordnung und Wahlkampf im Internet-Zeitalter
Für den Netz-Philosophen David Weinberger ist das vermeintliche digitale Chaos die große Chance, alte Zöpfe unserer Vorstellungswelt zu entsorgen: das Entweder-Oder-Prinzip beispielsweise. “Wir sortieren Ideen nach dem Vorbild von Hardware”, sagt er, “diese Prinzipien sind absolut ungeeignet für die digitale Welt.” Sein Buch “Everything is Miscellaneous”, das demnächst auf Deutsch unter dem Titel “Das Ende der Schubladen” erscheint, stellt die These auf, dass wir alle lernen müssen, besser mit Chaos, Unordnung und Unschärfen umzugehen.
Im Gespräch geht es außerdem um Auswirkungen, die das Internet auf den US-Präsidentschaftswahlkampf hat.
Links: David Weinberger (Blog), Everything is Miscellaneous (Blog)
Siehe auch: David Weinberger über Cluetrain, Netzneutralität und eine neue Renaissance
25. February 2008 | Link | Kommentare [14] | Versenden | Einbetten | Social Bookmark:
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45: Jens Nommel über Handlungsreisen.de
Auf Handlungsreisen.de verknüpfen die Nutzer Bücher mit den Orten ihrer Handlung. So soll eine Art Welt-Atlas der Literatur entstehen, jenseits von hartfaktigen Reiseführern oder Produkt-fixierten Geo-Diensten. Im Interview spricht Jens Nommel, Geograph und Initiator des Projekts, außerdem über Raumwissen, Religion und seine Pläne für ein Schwesterprojekt.
Links: Handlungsreisen.de
Im Handelsblatt: Mein Netz
14. January 2008 | Link | Kommentare [11] | Versenden | Einbetten | Social Bookmark:
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44: Frank Westphal über Rivva
“Die Alpha-Geeks sind die ersten, die diese Informmationsflut spüren und nach Mechanismen suchen, ihr zu entkommen”, sagt Entwickler Frank Westphal. Seine News-Plattform “Rivva” will eben solch ein Mechanismus sein. Rastlos durchstöbert das System die deutschsprachige Blogwelt auf der Suche nach Artikeln und Themen, die gerade besonders intensiv diskutiert werden.
Links: Rivva, Frank Westphal
7. January 2008 | Link | Kommentare [7] | Versenden | Einbetten | Social Bookmark:
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43: Startup Weekend
Bekanntlich beschleunigt sich in diesen beschleunigten Zeiten sogar die Beschleunigung. Warum also nicht mal etwas beschleunigen, das sich hierzulande formal seit Preußens Gloria nicht sonderlich verändert hat, eine Unternehmensgründung nämlich? Das dachte sich der IT-Unternehmer Cem Basman, bloggte diesen Einfall in die Welt hinaus und organiserte ein paar Wochen später das erste deutsche Startup Weekend, das Ende September in Hamburg stattfand.
Der Plan: Rund 100 Menschen schaffen binnen 48 Stunden aus dem Nichts eine Firma; vom Grundkonzept über den Business-Plan, (idealerweise) bis hin zum fertigen Produkt. Jeder Teilnehmer ist gleichberechtigter Gründer und nimmt am Ende einen Anteilschein mit nach Hause. Inwieweit dieses Vorhaben funktioniert hat, verrät Ihnen ein beherzter Klick auf den Play-Button.
Links: Startup Weekend (Blog), Edelbild, Fotoserie bei Flickr, Cem Basman (Blog), Interview mit Cem Basman zum Startup Weekend (Technology Review)
Musik: Alexander Blu - Emptiness, Jonah Dempcy - Humans in Universe, Matthew Tyas - David’s Day out, Lego - Cuicui Remix, alle via Jamendo.com
9. December 2007 | Link | Kommentare [12] | Versenden | Einbetten | Social Bookmark:
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42: Was bisher geschah (2)
Für Neueinsteiger und Besitzer von Kurzzeitgedächtnissen: Ein kleiner Rückblick auf die letzten (rund) 20 Episoden des Elektrischen Reporters.
Siehe auch: Was bisher geschah (1)
26. November 2007 | Link | Kommentare [2] | Versenden | Einbetten | Social Bookmark:
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41: Cory Doctorow über Boing Boing, seinen Roman »Backup« und Bedrohungen unsererer Privatsphäre
Vier Autoren schreiben täglich das Blog “Boing Boing” voll (Untertitel: “A Directory of wonderful Things”), allesamt können sie “recht komfortabel” davon leben, sagt Mitblogger Cory Doctorow. In den Link-Charts der Blog-Suchmaschine Technorati hält sich Boing Boing wacker auf dem dritten Platz—von mehr als 70 Millionen Blogs. Für diesen erstaunlichen Erfolg hat Doctorow ein paar einfache Erklärungen parat.
Befüllt er gerde mal nicht Boing Boing mit skurrilen Fund- und Steam-Punk-Sammelstücken, ist Doctorow als Netz-Aktivist unterwegs oder verfasst Science-Fiction-Romane. Sein Buch “Down and Out in the Magic Kingdom” (deutsche Ausgabe: “Backup”, siehe Links unten) beschreibt das Leben in einer Reputationsökonomie, wie sie sich in Ansätzen bereits im Internet abzeichntet.
Außerdem spricht Cory Doctorow darüber, wie das Netz unser aller Denken verändert, über kommende Bedrohungen für unsere Privatsphäre und über das RFID-Märchen.
Zum Thema im Handelsblatt: Mainstream
Vollständiges Transskript des Interviews
Links: Boing Boing, Cory Doctorow’s Craphound.com (Blog), “Down and Out in the Magic Kingdom” (englisch) Download (diverse Formate), deutsche Ausgabe: “Backup” Download (PDF, 1MB), Wikipedia über Cory Doctorow (englisch)
Speziellen Dank an die Organisatoren der Picnic07!
15. October 2007 | Link | Kommentare [24] | Versenden | Einbetten | Social Bookmark:
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40: Biz Stone über Twitter und soziale Alchemie
Twittern ist eine Art Turbo-Bloggen: 140 Zeichen persönlicher Zustandsbericht müssen reichen. Diese kurzen Zeichenketten zirkulieren durch das Web, SMS, Instant Messenger oder etliche andere Kanäle. Kein Wunder eigentlich, dass auch die Kritiker den Turbo einschalten. Wer Blogs bereits für belanglos hält, muss in Twitter die Quadratur der Trivialität sehen.
Mitgründer Biz Stone stören solche Nörgeleien wenig. Für ihn ist Twitter ein Werkzeug der “sozialen Alchemie”: “Aus all diesen scheinbar belanglosen Nachrichten kann etwas sehr wertvolles entstehen.”
Zum Thema im Handelsblatt: Netzgeplauder
Vollständiges Transskript des Interviews
Links: Twitter, Biz Stone (Blog), Clive Thompson in “Wired” über Twitter (ausgesprochen lesenswert!)
Speziellen Dank an die Organisatoren der Picnic07!
8. October 2007 | Link | Kommentare [9] | Versenden | Einbetten | Social Bookmark:
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Weitere Episoden:
- 39: Jens Seipenbusch über die Piratenpartei
- 38: Sebastian Küpers und Dirk Olbertz über dezentrale soziale Netzwerke
- 37: Barcamp Köln
- 36: Lutz Schmitt über Machinima
- 35: Peter Schaar über Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsuchungen
- 34: Michael Merz und Dirk Kamrad über Dailyme.TV
- 33: Martin Oetting über Marketing im Internet-Zeitalter
- 32: Florian Hadler und Gabriel Yoran über aka-aki
- 31: Jimmy Wales über Wikipedia und Community-Design
- 30: Roger Fischer über QR-Code
- 29: Dick Hardt über die Vorteile von Online-Identitätssystemen
- 28: Ralf Bendrath über die Risiken von Online-Identitätssystemen
- 27: Mercedes Bunz über das Internet als Waldspaziergang
- 26: Oliver Ueberholz über das Internet in China
- 25: Christoph Schultheis und Stefan Niggemeier über Bildblog
- 24: Bruce Sterling über Science-Fiction und grüne Fundis
- 23: Daniela und Lars Hinrichs über Xing
- 22: Hossein Derakhshan über Blog-Kultur im Iran
- 21: Martin Varsavsky über Start-Up-Kultur in den USA und in Europa
- 20: Was bisher geschah (1)
- 19: David Weinberger über Cluetrain, Netzneutralität und eine neue Renaissance
- 18: Marissa Mayer über Google
- 17: Michael Schuster über Hierarchien und Netzwerke
- 16: Marc Canter über soziale Netzwerke und Online-Identität
- 15: Ibrahim Evsan über Sevenload und das TV von morgen
- 14: Lawrence Lessig über die Medienwelt als Buchgeschäft
- 13: Lawrence Lessig über das Urheberrecht und die Lese-Schreibe-Kultur
- 12: Peter Glaser über Datenschutz und Informationskubismus
- 11: Peter Glaser über die Anfangstage der Digitalen Ära
- 10: Dan Gillmor über den Wandel der Medien
- 09: Stefan Kellner über Plazes.com
- 08: Robert Lang über Fon
- 07: Brewster Kahle über das Internet-Archiv
- 06: Evrim Sen über Hacker und Cracker
- 05: Larry Sanger über Wikipedia und Citizendium
- 04: Holm Friebe und Sascha Lobo über die digitale Bohème
- 03: Mitchell Reichgut über The Scene
- 02: Markus Breuer über Second Life
- 01: Tim Bruysten und Simon Kock über Mnemo









